vs. Hurricans 3. November 2018

Für den Kern der Canistros bedeutete der erste Novembersamstag bereits das fünfte Saisonspiel in der noch jungen Saison. Für andere ein war es die eisige Feuertaufe. Zum Beispiel für Altmeister Gretzky der seine Fangemeinde mit einem buschigen Oberlippenschnauzer erquickte. Noch nicht ganz aus einer langwierigen Verletzung kommend, merkte man ihm jedoch den enormen Trainingsrückstand stark an. Wie ein in die Jahre gekommener Tanzbär schleifte er sein havariertes Bein über den glatten Spiegel des Walliseller Eispalast und kam während dem Spiel meist gleich mehrere Schritte zu spät. Nichts desto trotz konnte man sich wenigstens auf seine Garderobegespräche verlassen. Seine geistreichen Beiträge wurden in den ersten Spielen schmerzlich vermisst.

Großer Abwesender im Duell mit den Hurricans war Stammtorhüter Jussi Mikkola. Die finnische Wand konnte sich leider nicht loseisen und musste berufliche Überstunden bolzen. Als ob dies Sportchef Läse in Schwierigkeiten bringen würde. Kaum ist der Bärentöter nicht disponibel, zaubert er nämlich eine US-amerikanische Torhüterperle aus seiner Melone. Dank den Lock-Outs in den nordamerikanischen Ligen stand den Kanistern plötzlich RT Müller zur Verfügung. Müller bestieg am Vorabend auf Geheiß des Capitano in San Francisco die Maschine und stand wenige Stunden nach der Landung im Tor der roten Teufel. Das ist Einsatz. Doch leider nützte es nichts, denn die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt und die Partie noch schneller entschieden. Nach zwei halbstarken Angriffen der Hurricans stand es bereits nach wenigen Minuten 2:0 für die Platzherren und es war offensichtlich das Torhüter Müller mit großer Wahrscheinlichkeit noch unter den Nachwehen des Jetlags leiden musste. Anders kann man seine haarsträubenden Fehlgriffe nicht erklären. Zur Hälfte des Spiels hatten die Hurricans einen komfortablen 6:2 Vorsprung und waren auch in der Folge in der Lage um den Rhythmus hochzuhalten und das Torekonto zu erweitern. Eine grüne Angriffswelle nach der anderen brandete nun auf das Tor der Canistros. Sie konnten mehr oder weniger nur zuschauen wie sich Torhüter Müller eins ums andere Mal nach hinten bücken musste, um den lästigen schwarzen Kobold aus dem Netz zu schaufeln.

Und die Selects? Haller fiel mit seinem Kampfstil positiv auf und schoss alleine drei Tore. Auch Fläve stand zweimal goldrichtig und musste den Puck nur reinschieben. Sehenswert war das letzte Tor des Spiels. Der körperlich überragende Anthony schnappte sich im Drittel des Gegners die Scheibe, löste sich und kam kurz vor der blauen Linie zum Schuss. Mitten im Gewühl stand Haller da und gab dem Puck mit seinem Stock den entscheidenden Richtungswechsel. Am Schluss stand es 12:6 für die Hurricans. Im Anbetracht des Aufgebotes zwar kein gutes, aber auch kein schlechtes Resultat.

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